Die Wirkungsweise
Bei der Mehrheit der Klebetechniken ergibt sich die Wirkungsweise über die Wellen- oder Faltenbildung (Convolutions). Durch die Entstehung dieser "Falten" kommt es sowohl in den oberflächlichen, als auch in den tiefer liegenden Strukturen zu einer Veränderung des Gefäß- und Rezeptorenverhaltens.
Das heißt, dass es durch die Verschiebung diverser Gewebsschichten (Hautschicht, Unterhaut, Unterhautfettgewebe, Muskelfascie und Muskel) zum Beispiel zur Förderung des Blut- bzw. Lymphflusses kommt.
Die bisher erwähnte Wirkungsweise lässt sich am besten anhand der Lymphdrainage erklären:
Ziel der manuellen Lymphdrainage ist über Zug auf der Hautschicht einen gewissen Zugstress auf die Ankerfilamente, welche die Haut mit den Klappen ("schwingenden Zipfel") der kleinsten Lymphgefäße (-kapillaren) verbindet, zu bringen.
Durch den entstandenen Zugreiz auf diese Verbindungsstruktur kommt es zur Öffnung der Klappen und somit aufgrund des Druckunterschiedes zum Einströmen der lymphpflichtigen Last in das Lymphgefäßsystem.
Eine ähnliche Wirkung erzeugt ein korrekt angelegter Lymph-Tape bei Bewegung. Außerdem wird die Lymphangiomotorik durch den entstehenden Dehnreiz um das circa zehnfache beschleunigt.
Um zu sehen, welchen Einfluss wir über die Haut nehmen können, ist folgende Auflistung was sich alles auf einem Quadratzentimeter Haut befindet, sehr anschaulich:
- ca. 25 Tastkörper
- ca. 2 Wärmerezeptoren
- ca. 10 Kälterezeptoren
- ca. 20 Talgdrüsen
- ca. 100 Schweißdrüsen
- ca. 200 Schmerzrezeptoren
Dadurch nehmen wir Einfluss auf...
...die Muskelfunktion
...die Gelenkfunktion
...das Blut- und Lymphgefäßsystem
Wichtig!
Das Taping-Concept ist kein Ersatz für eine physiotherapeutische Behandlung, sondern ein sehr adäquates und effektives Zusatzinstrument für die manuelle Therapie am Patienten.
